13. Juni 2012

schwimmen und geschwommenwerden.



















 






 







Wenn Schwimmen gelingt, macht das Wasser die Schwimmer schwerelos. 
In der Wasserwelt werden Gedanken und Glieder leicht. 
Dieses Glücksempfinden beginnt im Mutterleib und endet im Meer. 
Man kann sich freischwimmen im vielgestaltigen, assoziationsmächtigen Element Wasser. 
Das ist die eine Seite.
 Wer aber wirklich schwimmt, kennt auch die Gefahr, die Nähe zum Ertrinken. 
Schwimmen ist psychologisch heikel. Man muss sich dem Wasser anvertrauen. Das Wasser bleibt ein feindliches Element und die Angst schwimmt auf den langen Strecken immer mit. Man kann nicht gegen das Wasser schwimmen. Man kann im Wasser mit Kraft und Willen allein nichts erreichen. Es wird vielmehr ein besonderes Gefühl für das Wasser benötigt. Wer das nicht erspürt, den lässt es nicht durch, gegen den verhärtet sich das Element. Es gilt immer Beides zugleich: 
Schönheit und Gefahr - Schwimmen und Geschwommenwerden.

Jörg Adolph - Buch/Regie "Kanalschwimmer"